FAT-SCHRIFTENREIHE 402
Die Funktion von elektrischen und elektronischen sicherheitsrelevanten Systemen darf durch
äußere Einwirkungen nicht in einer Weise beeinflusst werden, dass dies zu einem
unannehmbaren Schadensrisiko für Personen und/oder die Umwelt führt. Eine akzeptable
Störfestigkeitsschwelle gegenüber elektromagnetischen Störgrößen ist daher notwendig. Die
Gefahrenanalyse und Risikobewertung (HARA) muss daher auch die elektromagnetische
Umgebung der Systeme mit in Betracht ziehen.
Die Einordnung der EMV-Absicherung in die normativen Anforderungen zur funktionalen
Sicherheit erfolgt in dieser Arbeit am Beispiel eines Frontkamerasystems. Es erfolgt die
Bewertung auf Steuergeräteebene nach Vorgaben der funktionalen Sicherheit. Neben den
notwendigen Untersuchungen nach der ISO 26262: Gefahrenanalyse und Risikobewertung (Hazard Analysis and Risk Assessment, HARA), Fehlerbaumanalyse (Fault Tree Analysis, FTA), Funktionelles Sicherheitskonzept (Functional Safety Concept, FSC), Technisches Sicherheitskonzept (Technical Safety Concept, TSC) und Berechnung der Fehlermetriken wurde der Fokus auf die daraus resultierenden Anforderungen im Bereich der Prüfungen
gerichtet. Die vorliegende Arbeit untersucht, ob der bisherige Testansatz im Bereich der EMV-Prüfungen für solche Systeme ausreichend ist.